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Seehausen,Isabel

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Huancarani, 08.July - 21. August 2026
Nach meiner Ankunft an einem Dienstagabend ging es am Mittwoch direkt los. Ich lernte meine Mitvoluntäre Christoph, Martina, Martin, Mike und Walter kennen. Um 7:30 Uhr gab es Frühstück mit Brötchen, die wir im Laden nebenan kauften, und um 8:30 Uhr starteten wir mit der Behandlung der Patienten.
Henry, der Praxistechniker und Manager, nahm alle Patienten für den Tag auf einer Liste auf und öffnete die entsprechenden Akten am Computer. Am ersten Tag beschloss ich, zunächst nur zu assistieren, um mich besser mit dem System und den Materialien vertraut zu machen. Am Donnerstag legte ich meine ersten Füllungen. Bei der letzten Füllung, einer Frontzahnfüllung am Zahn 23, fiel durch Spannungsschwankungen im Stromnetz der Kompressor aus. Dadurch musste ich die Füllung mit Schleifpapier und einem Skalpell bearbeiten. Trotzdem gelang es, auch diese Füllung am Ende adäquat zu versorgen.
Leider wollte der Kompressor zunächst nicht wieder starten, sodass Ronald angerufen wurde. Er kümmert sich um alle größeren technischen Probleme, die Finanzen und inländische Bestellungen. Die unfreiwillig neu gewonnene Freizeit nutzten wir, um die Nachbardörfer zu besichtigen. In Quillacollo konnte ich problemlos Geld tauschen. Die Märkte von Sipe Sipe und Quillacollo waren eine völlig neue Erfahrung, insbesondere was die Art des Verhandelns und Einkaufens angeht. Dafür sind die Preise für Obst und Gemüse fantastisch!
Am Sonntag ging es nach Cochabamba zum Christusmonument, wo wir mit den Gondeln hinauffahren wollten. Allerdings unterschätzten wir die Wartezeit am Wochenende und warteten fast zwei Stunden auf die Fahrt nach oben. An der Statue angekommen, bewunderten wir neben dem Monument auch den Trubel an den Verkaufsständen rund um die Statue und kehrten anschließend in dem Restaurant ein, das sich direkt daneben befindet.
Leider erwischte mich in der Nacht zum Montag eine Lebensmittelvergiftung, sodass ich bis Donnerstag ausfiel.
Wieder regeneriert behandelte ich in den letzten Tagen vor dem Wochenende fleißig weiter. In dieser Woche handelte es sich vor allem um Frontzahnfüllungen. Am Freitagabend flogen wir alle nach La Paz, das wir am Samstag erkundeten. Am Sonntag ging es weiter nach Copacabana und auf die Isla del Sol am Titicacasee.
In der folgenden Woche ging es dann nur noch zu viert mit den Behandlungen weiter. Da es die letzte Woche für Mike und Walter, die beiden Zahntechniker, war, reduzierten wir prothetische Anfragen drastisch oder verwiesen die Patienten auf die Augustwochen, in denen wieder Zahntechniker vor Ort sein würden.
Ich durfte meine ersten chirurgischen Erfahrungen sammeln und meine ersten schwierigeren Extraktionen durchführen. Zudem häuften sich die Fälle, bei denen Wurzelkanalbehandlungen notwendig waren. Nachdem die anderen drei ihre Heimreise angetreten hatten, lernte ich Silvana kennen, mit der ich eine Woche lang alleine behandelte. Ich konnte viel von ihr über die Endodontie lernen, da sie ein abgeschlossenes Endo-Curriculum besitzt. Vor allem zahnerhaltende Maßnahmen konnten wir in den folgenden Wochen durchführen.
Eine Woche nach Silvana kam Viktoria dazu. Als Trio erkundeten wir an den Wochenenden Bolivien. So fuhren wir an einem Samstag in den Toro-Toro-Nationalpark. Die Hin- und Rückfahrt waren sehr unkompliziert, da man mit dem Sindicato Mixto de Transporte ToroToro Turístico in der Nähe der Estación Antigua direkt nach Toro Toro gebracht wird. Der Nationalpark mit seinen Bergen, Dinosaurierspuren, dem Canyon und der Höhle Umalajanta ist absolut empfehlenswert.
Aufgrund einer günstigen Staffelung von Feiertagen, zu denen unter anderem der bolivianische Unabhängigkeitstag gehörte, schafften wir es außerdem, die Salzwüste und die Region rund um Uyuni zu besuchen. Dort wird man drei Tage lang mit einem Jeep durch die beeindruckende Landschaft gefahren und kann die zahlreichen besonderen Orte der Nationalparks entdecken. Das Highlight der Tour war für mich eine Nacht in einem Thermalbad mit klarem Blick auf die Milchstraße.
Konstantin kam in meiner vorletzten Woche an. Zu viert besuchten wir große Märkte wie La Cancha in Cochabamba und erklommen die Inka-Ruinen von Inkaraqay hinter Sipe Sipe.
In meiner letzten Woche kamen Zahnärzte und Zahntechniker aus München an. Dadurch konnten wir wieder mehr prothetische Versorgungen annehmen und mussten in vielen Fällen auch chirurgisch tätig werden.
Am letzten Wochenende vor meiner Abreise war ich noch in Quillacollo feiern. Das war wirklich sehr lustig und definitiv eine Erfahrung, die man machen sollte, wenn man einmal vor Ort ist.
Isabel Seehausen
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