Neuhaus, Svenja 2026
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Huancarani, 09.02.-13.03.2026
Hola liebe Alle! :) Gesagt, getan: Ich bin als Dentista (cand.med.dent.) für insgesamt fünf
Wochen nach Huancarani zurückgekehrt. Ach, war das schön, Doña Adela, Don Felipe und Henry
wieder in die Arme zu schließen! Es hat sich ein wenig so angefühlt, als würde
ich nach Hause kommen …
Henry hat mich morgens am Flughafen abgeholt und
wir sind erst einmal Tucumanas frühstücken gegangen. Später in Huancarani
angekommen, habe ich mich kurz ausgeruht und bin dann wenig später auf Nadja,
Emma und Richard getroffen, die gerade von einer Wanderung zurückkamen. Sie
haben mich herzlich empfangen und mich sofort über alles Mögliche geupdatet.
An
dem Wochenende sind wir noch die Lagerbestände durchgegangen und haben uns
gemeinsam auf die Schulbesuche vorbereitet. Diese haben wir dann zusammen mit
Ronald an drei Vormittagen (Mo.–Mi.) durchgeführt. Wir haben Aufklärungsarbeit
geleistet (mithilfe einer Präsentation) und anschließend die Kinder „an die
Hand genommen“, um mit ihnen das Zähneputzen (Rot nach
Weiß) zu üben. Nachmittags wurde ganz normal das Consultorio geöffnet
und
wir haben behandelt...
Wir haben uns in dieser Zeit viel über die Schulbesuche unterhalten, vor allem aber über deren Umsetzung. Beim gemeinsamen Zähneputzen mit den Kindern konnten wir den Bedarf grob abschätzen; unserer Meinung nach ist dieser leider nicht durch die zweimal dreitägigen Schulbesuche pro Jahr abzudecken. Hinzu kommt, dass es für die Besuche noch keine konkrete Anleitung gibt, sondern vom Team vor Ort jedes Mal improvisiert werden muss. Dazu sind bei uns viele Ideen gereift, mit denen ich mich auch in den darauffolgenden Wochen intensiv beschäftigt habe – mehr wird wohl bei der nächsten Mitgliederversammlung angesprochen.
In den Wochen darauf kamen noch einige Kinder aus der Schule ins Consultorio und haben sich trotz zum Teil großer Angst behandeln lassen. Es ist schön zu sehen, wie die Kinder an Vertrauen gewinnen und wir es schaffen, dass sie sich auf die Therapie einlassen. Auch außerhalb der Schule in Huancarani wurde ich von Kindern angesprochen und gefragt, wann wir denn wieder in die Schule kommen würden.
Meiner Meinung nach kann die Prophylaxe vor Ort sehr gut funktionieren, da sie seitens der Schule, der Kinder und der Eltern gewollt ist – sie muss nur beständig bleiben. Mit dieser Beständigkeit würden wir den Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllen, was sehr wünschenswert wäre.
In den folgenden Wochen hatten wir ein wirklich wunderbares Team. Ralf kam ein paar Tage nach mir in Huancarani an; nach der Abreise von Nadja und Emma folgten Timm und Stephi. Gemeinsam haben wir viele Patient*innen behandelt und eine schöne Zeit verbracht.
Unter anderem haben wir Ralf´s Geburtstag gefeiert, gemeinsam mit Doña Adela und Don Felipe Cacho gespielt und waren oft in der Pizzeria von Paolo.
Was meine Spanischkenntnisse angeht, habe ich versucht, mich über das Jahr hinweg zu verbessern, was mir zugegebenermaßen neben dem Studium schwergefallen ist. Da Thika nicht anwesend war, durfte ich diesmal mit Ronald Spanischunterricht haben, was mir im Praxisalltag viel Sicherheit gegeben hat.
Thema Zahntechnik: Ein paar Patient*innen waren im Consultorio und haben sich nach Placas erkundigt – auch hierfür ist der Bedarf groß. Wie gut, dass Henry jetzt seine Zahntechnik-Ausbildung begonnen hat! Ich war als Zahntechnikerin natürlich neugierig und habe Henry einen Abend lang in seinen Unterricht begleitet. Was ich dort gesehen habe, sah top aus. Wenn alles klappt, können wir also Ende 2027 mit einem bolivianischen Zahntechniker rechnen.
Ich selbst habe in dieser Zeit eine Unterfütterung bzw. eine Bruchreparatur übernommen und konnte stolz alle Schritte selbstständig durchführen (nach Absprache mit Ralf). Somit konnte ich diesen Patienten sowohl als Behandlerin als auch als Zahntechnikerin betreuen.
Insgesamt hat mir die Arbeit in Huancarani super viel Spaß gemacht und ich bin sehr dankbar für die lehrreiche und schöne Zeit mit all meinen Kolleg*innen! Nach der Abreise von Ralf ist Ekkehard nach Huancarani zurückgekehrt, sodass auch wir uns noch einmal kurz austauschen konnten.
Das war mein Resümee der letzten fünf Wochen in Huancarani. Abschließend möchte ich sagen: Ich werde definitiv wiederkommen!
Saludos Svenja Neuhaus :)