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FCSM - Förderkreis Clinica Santa Maria e.V. | Andrea Sommer (2008)
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Andrea Sommer
Studentin
 
Ihre erste Mitarbeit in unserer Missionsklinik war im Frühjahr 2008

                        Erfahrungsbericht  Guadalupe Frühjahr 2008
  

Aufwachen durch das Zwitschern der Vögel, das Brummen der Wasserpumpe für die morgendliche Dusche, die grüne Op-Kleidung, eine gefüllte Vorratskammer mit exotischen Früchten und der traumhafte Blick von der Terrasse der Ärzteresidenz beim Frühstück mit einem Obstsalat, Joghurt und dem selbst gemachten Müsli von Amanda. Das ist ein Morgen in Guadalupe, Ecuador!

 

So langsam trudelt auch der Rest des Zahnärzteteams auf der Terrasse ein. Man beobachtet Vögel und genießt die wahnsinnige Aussicht. Manchmal schüttet es wie aus Eimern, dann sind nur die kleinen Berge zu sehen, bei gutem Wetter sind alle Berge frei von Nebel. Ist das wirklich alles wahr? – ich sitze hier mitten im Urwald, fern ab von einer Stadt. Die Stille wird nur durch Tiergeräusche und den Bus der ab und an durchs Dorf rast unterbrochen. Wir leben also nicht ganz von der Außenwelt abgeschlossen.

 

Als Team verlassen wir die Residenz und machen uns auf zur Klinik. Klopf, klopf …

Amanda kommt und macht uns auf. Nachdem die Cumbia, Salsa und Merengue Musik aus dem Radio ertönt geht’s los mit der Arbeit. Alle sind motiviert, na ja, fast alle, ab und an erwischt es ein Team, was im Kabuff Nr. 3 behandeln muss. Das bedeutet doppelt harte Arbeit. Trotzdem sind wir froh, dass es die neue mobile Einheit gibt und wir noch einmal einige Patienten mehr behandeln können und man glaubt es kaum, die Winkelstücke dieser Einheit haben sogar Licht – echt genial. Ohne dieses wäre eine Behandlung in Zimmer drei auch kaum möglich, da die Lampe mehr schlecht als recht beleuchtet.

 

Eines der größten Erlebnisse meines Aufenthaltes in Ecuador war die Jornada in das Umland von Zamora. Beim Bischof zu übernachten und dann in einem abgelegenen Dorf in der Schule oder in der Kirche zu behandeln war schon ein ganz spezielles Ereignis. Wir haben die mobile Einheit für Füllungen sowie, Zangen und Hebel für Extraktionen mitgenommen und dann auf normalen Stühlen die Patienten behandelt. Besonders das Behandeln in der Kirche war unglaublich, zumal sich die einzige Steckdose direkt neben dem Altar befand. Das sollte man sich mal bildlich vorstellen: Füllungen wurden neben dem Altar gelegt und extrahiert wurde vor dem Altar. Die Menschen die zu uns zur Behandlung kamen haben sich beim Betreten der Kirche bekreuzigt und sich dann auf den Stuhl gesetzt.

 

Auch der Nachmittag an dem wir mit einer Hermana in ein Dorf gefahren sind um den Kindern das Zähen putzen beizubringen wird mir immer in Erinnerung bleiben. Beim Betreten der Kirche geht die „kleine, zierliche“ Hermana gezielt auf einen Schrank zu, bringt das Mikrofon in Gang und plötzlich tönt es über das ganze Dorf „ Ninos y ninas  kommt alle her, hier sind Zahnärzte die euch das Zähne  putzen zeigen wollen, es gibt Geschenke; ninos y ninas kommt alle her…..“ und tatsächlich, schon wenige Minuten später standen die ersten Kinder in der Tür. Wir haben alle Zähnchen durchgecheckt und es war einmal wieder erschreckend, wie zerstört die Milchgebisse waren. Nur vereinzelt hat man ein Kind erwischt, bei dem weder gezogen noch gefüllt werden musste.

 

So könnte ich jetzt noch stundenlang weiter berichtet, ob von der Wanderung mit den Pferden zum Wasserfall, dem gigantischen, sehr anstrengenden Ausflug in dem Podocarpus Nationalpark am Eingang von Loja oder das tolle Wochenende mit dem gesamten Ärzteteam nach Nangaritza an die Peruanische Grenze.

 

Der Aufenthalt in Ecuador war eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens und ich hoffe, dass ich irgendwann noch einmal Zeit finden werde in die Klinik zurück zu kehren.

 

Vielen Dank an Georg, der uns die schöne Unterkunft und das gute Essen gegeben hat. Auch wenn wir auf unserer Reise wie Chrischtbäume herumrumgelaufen sind, wurden wir (zum Glück) nicht ausgeraubt J

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei Stefan, Kathrin, Katharina, Britta und Silke bedanken die mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Ich habe viel von jedem Einzelnen von ihnen gelernt.

 

Ein besonderer Dank geht an Georg und an Stefan, die uns die Jornada ermöglicht haben.

 

März 2008

 

Andrea Sommer

 

Andrea.Sommer@arcor.de


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