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» Eberhard und Gudrun Pierro (2001-2006, 2008)








Dr. med. dent. Eberhard Pierro und
Frau Gudrun Pierro

 
Dr. Eberhard Pierro ist der erste Vorsitzender des  Fördervereins Clinica Santa Maria und einer der Hauptförderer unserer Missionklinik. Wir danken ihm von ganz Herzen für die sehr großzügige Mitarbeit bei seinen zahlreichen Arbeitseinsätzen in Guadalupe. Ebenso ist Dr. Eberhard Pierro, zusammen mit seiner Frau Gudrun, die Hauptkontaktperson für alle zahnärztlichen Mitarbeiter/innen bei uns in der Missionsklinik.
 
Sein erster Besuch in Guadalupe war im April 2001

Sein zweiter Besuch war vom 3. - 11. November 2001

Sein dritter Besuch war vom 9. - 19.  September 2002

Sein vierter Besuch war vom 11. Februar -  5. März 2003

Sein fünfter Besuch war vom 9. Februar 2004 - 1. März 2004

Sein sechster Besuch war vom 7. - 27. Februar 2005.

Sein siebter Besuch war im Februar 2006

Sein achter Besuch war im Jan./Februar 2008

Wir danken beiden sehr herzlich.

ERFAHRUNGSBERICHT  2001

Die Missionsstation

Hat man die Hängebrücke über den Yacuambi-Fluss überquert, findet man sich in einem tropischen Park. Für alle frei zugänglich, schlängeln sich Wege zur Kirche, zum Bildungshaus, zum Schwesternhaus und schließlich zur "Clinica Misional Nuestra Señora de Guadalupe". Setzt man sich in einen Pavillon inmitten von Bananenstauden, Orangenbäumen, Papayas und Ananas, genießt man die Ruhe, die nur vom Zwitschern der Vögel, Quaken der Frösche und den Grillen unterbrochen wird. Die gepflegte Anlage gibt Vorbild, wie auch in den Tropen eine Kulturlandschaft entstehen kann.

Die Theresiten-Schwestern

Eine fröhliche Gemeinschaft, die die Besucher umsorgt und verwöhnt. Hier wird spürbar, dass der christliche Glaube Frohbotschaft ist.

Die Clinica

Architekt Carlos Espejo Jaramillo und Padre Jorge Nigsch haben es vortrefflich verstanden, ein Gebäude zu planen, dessen ansprechende Architektur Zweckmäßigkeit und Schönheit verbindet und sich harmonisch zu den bestehenden Gebäuden hinzufügt. Die Anordnung von Gängen und Räumen zeigt eine durchdachte Konzeption, wie alle Disziplinen der Medizin nebeneinander praktiziert werden können. Untersuchungsräume, Behandlungs-räume und ein großer Operationssaal entsprechen europäischen Normen. Die Anforderungen an eine korrekte Patienten-Dokumentation werden von der vernetzten EDV erfüllt. Speziell der zahnmedizinische Bereich mit zwei Behandlungszimmern läßt jede Therapie nach deutschem Vorbild zu. Die amerikanischen Behandlungseinheiten werden durch deutsche Geräte, Instrumente und Materialien ergänzt.

Die Patienten

Der Behandlungsbedarf ist übergroß. Man muss nicht Zahnarzt sein, um dies teilweise drastisch vor Augen geführt zu bekommen. Eine ganz große Aufgabe wird die Unterweisung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, in der Prophylaxe sein.

Ausblick

Wer seinen Beruf als Zahnarzt, frei von Bürokratie, in den Dienst an Bedürftigen stellen will, wird erfahren, dass er im Tal des Yacuambi eine erfüllende Aufgabe gefunden hat. Weltoffenheit lernen, eine andere Kultur erleben: der Blickwinkel wird erweitert. Das ist praktizierte Friedensbotschaft.

Guadalupe, November 2001

 

ERFAHRUNGSBERICHT 2003

Zwei Jahre sind es her, dass ich Guadalupe meinen ersten Besuch abstattete. Damals als " Kundschafter", ob ein Engagement in der "Clinica Nuestra Señora de Guadalupe" sinnvoll ist. Der vierte und mit dreieinhalb Wochen längste Aufenthalt zeigt, dass mein erster Eindruck bestätigt wurde: wenn man sich bei der Arbeit und in der Freizeit hier nicht wohl fühlt, wo dann?

In den zwei Jahren hat sich viel getan. Nicht nur, dass zur Klinik ein weiterer Bau hinzukam - die "Residencia" - auch die Erwartungshaltung der Patienten ist eine andere geworden.

Residencia

Oberhalb der Klinik, durch zwei Serpentinenwege mit ihr verbunden, liegt das stattliche Gebäude. Mit einem wunderschönen Blick in das Yacuambi-Tal ruht man sich nach der Arbeit hier aus, sei es in den vier Wänden des eigenen Zimmers ( mit Dusche/WC ) oder auf dem geräumigen Balkon. Und wer sich einen Film anschauen möchte, findet einen Fernseher mit Videorecorder in der "Wohnzimmer-Ecke" (die Kuckucks-Uhr aus dem Schwarzwald kann man dann auch abstellen). Das Bier findet Platz im grossen Kühlschrank und in der Küche sind alle Einrichtungen vorhanden, um sich nach eigenem Geschmack zu versorgen - derzeit hauptsächlich Produktionsstätte für Popcorn.
Die Verbindung zur Heimat wird über den PC mit Internet-Anschluss oder das Telefon hergestellt.

Patienten

Ein erstaunlicher Wandel ist beim Verhalten der Patienten festzustellen. Zwar kommen die ersten immer noch morgens um vier Uhr - selbst Übernachtungen im Schlafsack vor der Klinik kann man registrieren - aber jetzt bringen sie Wünsche mit: der kariöse Frontzahn, der die Optik stöhrt, die Frontzahnlücke, die das Lächeln verunstaltet oder auch eine Untersuchung zur Karies-Frühdiagnostik. Noch im September 2002 hat der Arzt bestimmt, was gemacht wird, das bleibt auch weiterhin so, aber bis zur ersten therapeutischen Handlung müssen unrealistische Wünsche - einen zerstörten Zahn kann man nicht mehr kurieren - freundlich korrigiert werden und das kostet Zeit und erfordert Spanisch-Kentnisse über ein einfaches Vokabular hinaus.

Durch die Einrichtung eines zahntechnischen Labors können wir auch die Wünsche nach einem Lückenschluss weitgehend erfüllen. Die Problematik liegt darin, dass terminiert werden muss. Auch hier kann man einem Terminbuch nicht mehr entrinnen, allerdings mit der Vorgabe, dass Wartezeiten entstehen. Der Zahnersatz schränkt die Kapazität ein, nicht alle, die frühmorgens warten, bekommen auch eine Ficha. Ich denke, dass man sich eine gewisse Zurückhaltung auferlegen sollte, insbesondere bei der Anfertigung von Totalprothesen. Oft hilft hier eine Reparatur oder eine Unterfütterung.

Halte man sich vor Augen, dass nicht alles, was machbar wäre, auch sinnvoll ist.

Guadalupe, den 4. März 2003

Eberhard Pierro

 

Erfahrungsbericht 2004

Das 5. Mal in Guadalupe und auch dieses Mal wieder den Erfahrungsschatz erweitert. Die herzliche Aufnahme, das wohltuende Refugium „Residencia“, der herzliche Kontakt zur gesamten Klinikbesatzung, sei es fest angestellt oder als Freiwillige, das alles hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. 

Als Resümee der zahnmedizinischen Arbeit sei folgendes berichtet:

1. Die Zahnmedizin kann nur effektiv sein, wenn die zahnärztlichen Behandlungszimmer das Jahr über permanent besetzt sind. Sporadische Aufenthalte führen dazu, dass unsere knapp bemessene Verweildauer dadurch verkürzt wird, dass der Zuspruch durch die Patienten erst nach einer Woche Anwesenheit einsetzt. Kontinuität in der Anwesenheit der Behandler bewirkt auch einen kontinuierlichen Patientenzuspruch. Andreas Roloff und ich hatten täglich genug zu tun, um den Arbeitstag von der ersten bis zur letzten Minute auszufüllen.

2. Die Patienten erwarten eine möglichst umfassende Behandlung, denn die Anfahrtswege messen sich teilweise in Stunden. Sicherlich ist der Anspruch nicht immer zu erfüllen, doch sollte das Patientenaufkommen an einem Tag geringer sein ist es sinnvoll, auch möglichst all das zu tun, was ansteht.

3. Es wirkt sich positiv auf die Inanspruchnahme des Angebotes „Zahnmedizin“ aus, wenn Mediziner anderer Disziplinen vor Ort sind. Wir konnten (oder auch mussten) erleben, dass durch die Anwesenheit von Dr. Hans Ulrich Frank (Augenarzt) es Tage gab mit insgesamt 200 Patienten, verteilt auf die Disziplinen Allgemein-medizin, Augenheilkunde und Zahnmedizin. Der Förderkreis Clinica Santa Maria als zahnmedizinischer Verein täte gut daran, über den zahnärztlichen Tellerrand hinauszuschauen und sich um andere Disziplinen zu bemühen. Es wäre dringend notwendig, Gynäkologen und Allgemeinchirurgen nach Guadalupe zu bringen.

4. Ein von uns bislang stiefmütterlich behandeltes Gebiet ist die Prophylaxe. Sicherlich, es hat jeder getan, was er tun konnte, aber wir müssen die Prophylaxe in die Hände von Dentalhygienikerinnen geben. Nur so lässt sich ein systematisches Vorbeugesystem in den Dörfern etablieren. Ein riesiges Feld für interessierte, gut spanisch sprechende Dentalhygienikerinnen. Wer täglich schon bei Vierjährigen völlig zerstörte Milchgebisse sieht mit den Spätfolgen kieferorthopädischer Natur, wird alles daran setzen, Dentalhygienikerinnen nach Guadalupe zu bringen.

Es versteht sich, dass die Klinik immer noch in der Aufbauphase ist, aber das bislang stetige Wachstum zeigt, welche großen Aufgaben alle Beteiligten, welche für die Klinik Sorge tragen, noch zu bewältigen haben werden. 

In Deutschland stehen wir vor einer Wand staatlicher Überreglementierung und Bevormundung, die uns jeder Freude an Eigenverantwortung nimmt. Wer sich diese Freude erhalten möchte, findet in Guadalupe alle Möglichkeiten, eigenständig und eigenverantwortlich zu handeln. Hier darf man wieder Zahnarzt sein und so freue ich mich auf meinen nächsten Einsatz im kommenden Jahr, wenn ich mit meiner Frau zusammen vier unbeschwerte Wochen in Guadalupe verbringen darf. Die Zeit ist nicht frei von Sorgen um das Wohlergehen der Patienten, bei denen wir behandlungstechnisch manchen Kompromiss eingehen müssen, aber diese Sorgen können wir in die Hand nehmen und müssen sie nicht fremdbestimmt hinnehmen.

Eberhard Pierro
 

Erfahrungsbericht über die Zeit vom 07. Februar 2005 bis 25. Februar 2005


Der sechste Besuch – wie die Zeit vergeht. Und in der Kürze von vier Jahren konnte die Zahnmedizin sich als ein Standbein der Clinica etablieren.

Die guten Arbeitsbedingungen von Seiten der Geräte und Instrumente, das vorzüglich ausgebildete Personal, die professionelle Leitung der Klinik, das Alles lässt auf eine gute Zukunft schließen.

Wie muss diese Zukunft für die Zahnmedizin aussehen?

Mittlerweile haben wir Stammpatienten, die zur Routine-Untersuchung kommen. Und die Stammpatienten bringen Familienangehörige mit und hier vor allem Kinder. Die Kinder zeigen uns unsere Aufgaben: fast kein Milchgebiss, das nicht im Alter von vier Jahren schon zerstört ist! Die Konsequenzen kennen wir bei uns in Europa nur noch aus dem Lehrbuch, in Guadalupe werden sie uns täglich vor Augen geführt. Hübsche Mädchen mit Eckzahnhochstand, die sich ein zwangloses Lachen nicht mehr trauen und die Eckzähne extrahiert haben wollen.

Wir müssen ein System der Gruppenprophylaxe etablieren und dafür müssen wir uns um DH`s, bzw. fortge-bildete zahnmedizinische Assistentinnen mit guten Spanisch-Kenntnissen bemühen. Keine leichte Aufgabe, aber aus dem Dasein als Sysyphus müssen wir uns, schon um unserer Patienten willen, selbst herausarbeiten.

Weil die Zahnmedizin einen Routinebetrieb etablieren konnte, stellt man das gleiche Phänomen wie zu Hause fest: die Nachlässigkeiten schleichen sich ein. Da wird das Mischungsverhältnis beim Ansetzen der Röntgen-flüssigkeiten nicht beachtet und man wundert sich, daß die Bilder nicht viel taugen. Da werden Desinfektions-lösung pie mal Daumen angesetzt, die Instrumente landen desinfektionsmittel-feucht im Autoklaven (der Rost lässt grüßen), eine Ordnung in den Schubladen müsste eher mit organisiertem Chaos beschrieben werden, Bohrinstrumente lechzen nach Öl und geben ihren Geist auf mit der Konsequenz einer teuren Reparatur. Ich verstehe, dass man in ungewohnter Umgebung und dazu während seiner Urlaubszeit arbeitet. Aber die Bereit-schaft für einen Einsatz entbindet nicht von der Sorgfalt für die Pflege der anvertrauten Zahnstation und letztlich ist man in die Verantwortung für Spendengelder genommen, die uns von Menschen anvertraut werden, denen das Privileg eines Einsatzes im Ausland nicht vergönnt ist.

Auch wenn ich manches sehr kritisch betrachten mußte,  auf die konstanten Größen war Verlass: Georg, der unermüdlich um unser und das Wohl der Klinik besorgt war und ist, die Schwestern und Zoila, die uns reichhaltig und sehr schmackhaft den Tisch gedeckt haben und nicht müde wurden, uns die Wünsche von den Augen abzulesen.

Unseren herzlichen Dank für die außergewöhnliche Gastfreundschaft, die noch nie in Routine abgeglitten ist.

19.März 2005             Eberhard und Gudrun Pierro  

 

Erfahrungen aus dem Einsatz vom 20.02.2006 bis 11.03.2006

und sich daraus ergebende Gedanken für die Zukunft

 

Seit dem Start unserer Zahnstation in der “Clinica Nuestra Señora de Guadalupe“ im Februar 2002 hat sich unsere Tätigkeit rasant entwickelt. Nicht nur, dass wir das Jahr über kontinuierlich vor Ort sind, wir konnten mittlerweile die Zahntechnik etablieren und die Prophylaxe hat ermutigende erste Schritte getan.

 

Die strenge Begrenzung auf unser Behandlungsspektrum gemäß unserer Richtlinien hat sich bewährt. So können wir die leider vorhandene Missgunst der ecuadorianischen Kollegen in Zamora und Yanzatza abfedern und überzogene Patientenwünsche abwehren. Bei uns gibt es eben keine Seitenzahn-Composite-Füllung zum Schnäppchen-Tarif. Ein sehr gutes Steuerungsinstrument, um Patienten fern zu halten, für die wir, von unserer Aufgabenstellung her, nicht arbeiten wollen, weil sie sich den ecuadorianischen Kollegen leisten können.

 

Bewährt hat sich die konsequente Verfolgung deutscher Standards in unserer Zahnstation. Der Ruf unserer Qualität bringt uns ständig neue Patienten in großer Zahl. Zwar gibt es saisonale Schwankungen, über das Jahr verzeichnen wir jedoch eine steigende Zahl von Patienten. Gar zu oft kann der tägliche Andrang nicht bewältigt werden.

 

Auch in der Personalführung zahlt sich Konsequenz aus. Das strenge Achten auf Pünktlichkeit und Ordnung hat sich in der Clinica etabliert und das Personal weiß die Vorteile einer klaren Linie zu schätzen. Auch das ist Entwicklungshilfe: Vorbild geben und Konsequenz im Handeln.

 

Unser Erfolg bürdet uns Verantwortung auf. Die Zahnstation muss weiterentwickelt werden. Oberstes Ziel ist die ständige Präsenz von Dentalhygienikerinnen bzw. ZMF`s. Jeder von uns bekommt Tränen in die Augen, wenn er die im vierten Lebensjahr schon völlig zerstörten Milchgebisse sieht und die Spätfolgen im jugendlichen Alter nicht mehr therapierbar sind.

 

Jeder von uns ist frustriert über die parodontalen Zustände bei den Erwachsenen, wohl wissend, welche internistischen Probleme daraus entstehen können – von den zahnmedizinischen wollen wir im Moment noch gar nicht reden. Unser ganzes Bemühen muss sich auf den Bereich Prophylaxe konzentrieren. Es existieren mittlerweile Gedanken, das derzeitige Zimmer der Allgemeinmediziner für die Zahnmedizin zu nutzen und dort eine Einheit zu installieren, damit DH´s optimal arbeiten können.

 

Der erste Schritt ist getan: Wir haben eine zentrale Absauganlage mit einer von uns gewohnten Saugkraft. Der ständige Kampf mit der Absaugung ist jetzt optimal gelöst. Auch unsere Einheiten befinden sich in einem optimalen Funktionszustand, Dank des Technikers Patricio aus Quito. Ein Allround-Techniker, der eine große Hilfe darstellt.

 

Bei allem Erfolg und allen Zukunftsgedanken dürfen wir nicht übersehen, dass die Zahnmedizin in ihrem Patientenaufkommen von den übrigen medizinischen Disziplinen abhängt. Sind z.B. Chirurgen vor Ort, erhöht sich auch unsere Patientenzahl. Wollen wir noch mehr zur Zahngesundheit beitragen, sollten wir uns auch um Mediziner vor Ort bemühen. Serle Epstein aus den USA legt sich mächtig ins Zeug, um Mediziner zu rekrutieren. Auch im eigenen Interesse sollten wir ihn dabei unterstützen, dass spanisch sprechende Mediziner aus Deutschland und Österreich sich zu einem Einsatz in Guadalupe entschließen.

 

Georg und Amanda sei einmal mehr ein herzlicher Dank ausgesprochen. Ohne die Beiden wäre unser aller Bemühen zum Scheitern verurteilt. Und Georg denkt auch an die Zukunft: Die Residencia II ist derzeit im Entstehen. Ein dreistöckiges Bauwerk auf der Dorfseite der Hängebrücke wird bis Ende des Jahres bezugsfertig sein. Drei Wohnungen bzw. Appartements und eine überdachte Dachterrasse zum Wäschetrocknen warten dann auf weitere Freiwillige.

 

Gibt es noch einen Grund, den Gedanken an einen Einsatz in Guadalupe weit von sich zu weisen?

 

 

21. März 2006   

Dr. Eberhard Pierro und Gudrun Pierro


 





Erfahrungsbericht Februar 2008

Die Zahnmedizin entwickelt sich kontinuierlich weiter in unserer Clinica. Darüber wird im Laufe des Jahres noch mancher Erfahrungsbericht geschrieben werden. Deshalb möchte ich an die Intention der Erfahrungsberichte von Armin Konnert und Ekkehard Schlichtenhorst anknüpfen und werde über den Karneval in Guadalupe berichten. Die wenigsten von uns haben ihn erlebt, aber zu den Jahres-Ereignissen im Dorfleben gehört er dazu.

 

Eingeladen von unseren beiden Helferinnen Lida und Marianna zogen wir am Karnevals-Sonntag, pünktlich um 10.00 Uhr südamerikanisches c.t. in Richtung KanZam-Fluss los. Familien, kaum überschaubare Kinderschar, unter den Arm geklemmt eine große Plastikschüssel, gut gefüllt mit Reis, Maniok, Mais und Fisch, so bezogen wir Quartier auf einer Sandfläche am Fluss, die der Projektion eines Reiseprospektes glich. Treibholz wurde gesammelt und drei Feuerstellen errichtet. Mehr braucht man nicht, um schmackhaften Reis und - sehr trockenen - Maniok zu kochen und einen Fisch zu garen, der auf der Zunge schmilzt.

 

Energie-intensive Alu-Folie ist nicht notwendig, hierfür wachsen genug Bananenblätter. Anleitung: Bananenblatt durchs Feuer ziehen und einringeln lassen. Im Fluss kurz zum Quellen bringen, derweil den ausgenommenen Fisch mit zerstampftem Knoblauch füllen und in das Bananenblatt einrollen. Das Ganze in die Glut legen und wenig später herrscht genussvolle Stille. Stille, die nur dem Rauschen des Flusses Raum gibt, säßen da nicht ein paar Ungeduldige, denen das Ganze zu trocken ist. Eigentlich wollte ich nur meinen Teller spülen, aber eine der Frauen hielt mein Hemd für „waschreif“ und ohne Waschmittel wurde es eingeweicht. Aber da drin steckte noch ich. Und kampflos ueberlässt man sich dem ecuadorianischen Karnevalstreiben nicht. Außerdem führte der Fluss genügend Wasser - es reichte, um die ganze Schar tropfnass zu spritzen bzw. zu schütten. Kleine Rechnungen wurden beglichen und selbst Schwester Daisy konnte nicht verhindern, dass ihr Ornat zum auswringen nass war.

 

Ein herrlicher Spaß. Keiner schlug über die Stränge und als auch das hitzigste Gemüt abgekühlt war, wurde alles eingesammelt: Teller, Besteck, Schüsseln, Töpfe, Kinder - Kinder? Kein Quengeln, dass man doch so gerne noch bleiben würde. Dann bis zum nächsten mojando.

 

Dr. Eberhard Pierro und Gudrun Pierro

Februar 2008











Dr. med. dent. Eberhard Pierro
    
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Telefon-Praxis: (0 7223) 8585
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Fax: (0 72 23) 90 10 65
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