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FCSM - Förderkreis Clinica Santa Maria e.V. | Serafina Oliverio & Dr. Frauke Berres (2008)
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Serafina Oliverio & Dr. Frauke Berres

 

Sie arbeiteten bei uns vom 22. September bis 9. Oktober 2008.

 

Erfahrungsbericht Frauke und Serafina

 

Zähne, Dschungel, Cucaracha und Co.

 

Der Wecker klingelt – Augen auf – wo bin ich? Eine Kuh blökt draußen, Vögel zwitschern und die Grillen sind immer noch oder bereits wieder am Zirpen. Ach ja, wir sind in Ecuador, auf der Mission Nuestra Señora de Guadalupe. Es ist 05:30 Uhr, der Jetlag ... Die Natur erwacht - gleich wie wir. Der erste Arbeitstag steht bevor. Was wird uns wohl erwarten? Mit gemischten Gefühlen geht es unter die surrende Dusche, die die letzte Müdigkeit abwäscht. Meine Kollegin klappert schon eifrig mit den Töpfen und bereitet Rühreier und Kaffeewasser. Währenddessen decke ich draußen auf der Terrasse den Frühstückstisch: Welch grandioser Ausblick ins Tal. Grün soweit das Auge reicht, Nebelschwaden ziehen vorüber und im Hintergrund Musik aus dem Dorf, knatternde Busse und krähende Hähne. Welch ein Morgen! Wenn wir nicht wüssten wo wir wirklich sind, es könnte der Garten Edens sein ... Schmunzel! Gestärkt und voller Elan gehen wir die Stufen zur Klinik hinunter. Eine Schlange von Leuten steht bereits vor der Tür. Wir treffen auf erwartungsvolle Augen und gleichzeitig skeptische Blicke.

 

Nach herzlicher Begrüßung unserer Dentalassistentin Lida, der Klinikleiterin Amanda und der Rezeptionistin Rita fühlen wir uns gleich wie zu Hause. Der erste Patient wartet schon ungeduldig auf dem Stuhl. Die ersten spanischen Worte kommen ein wenig unsicher aus unseren Mündern. Die Worte fehlen, aber da ist ja noch Lida... Welch ein Glück! Der erste Patient ist geschafft und wir auch! Und so geht es die nächsten Tage weiter. Die Routine kehrt ein und das Spanisch geht immer leichter über die Lippen. Die erste Feuerprobe erleben wir jedoch in den Schulen mit Unterstützung von Dr. Eberhard Pierro. Wir demonstrieren vor  insgesamt sechzehn Schulklassen Zahnputztechnik und befragen die Schüler über Ernährung und Mundgesundheit. Sogar der anfänglich reservierte und skeptische Direktor findet immer mehr Spaß daran und hilft schließlich unter großem Gelächter der Schüler kräftig mit. Ein voller Erfolg!

 

Eine willkommene Abwechslung vom Klinikalltag ist das tägliche Essen mit den Schwestern und Pater Georg. Kulinarische Köstlichkeiten werden von der Köchin Graciela auf den Tisch gezaubert, untermalt von den vielfältigen Geschichten der kolumbianischen Schwestern. Eine Anekdote jagt die nächste, das Zwerchfell wird nicht geschont. Muskelkater inbegriffen! Der Abwasch geht im Anschluss ganz leicht von der Hand.

 

Der abendliche Schlummertrunk wird natürlich bei Kerzenschein auf der wunderschönen Terrasse eingenommen. Man fühlt sich hier wie der Big Boss ... Begleitet von allerlei mit Flügeln ausgestatteten Flugobjekten und krabbelnden Monstern. Nicht nur Tierkundler sind gefragt, sondern auch Kammerjäger, die hier und da zum Einsatz kommen. Nichts für schwache Nerven .. Smile!

 

Der Fluss Yacuambi trennt das Missionsgelände von Guadalupe. Die erste Überquerung der Holzhängebrücke versetzt einen schlagartig in einen Adventurepark: Hier gibt es den Eintritt gratis und mehrmals täglich. Genial! Bei viel Gegenverkehr lohnt es sich, ein wenig zu warten. Die Einheimischen in Guadalupe sind sehr freundlich, aber zurückhaltend. Ein freundliches Grüßen bricht meist das erste Eis. Nur leider reichen unsere Spanischkenntnisse lediglich für kleinere Unterhaltungen. Der nächste Spanischkurs für Fortgeschrittene ist bereits geistig gebucht!!!

 

Die Wochenenden boten eine gute Gelegenheit, Umgebung und Natur zu erkunden. Eine Vielfalt von Schmetterlingen säumen die Wege, grandiose Natur und ein Wechselspiel der Farben machen Ecuador zu einem einzigartigen Land. Sonnenschein, Nebel und Regen im Zehn-Minuten-Takt bestimmen den Tagesablauf. Da ist ein frischendes Bad im Fluss eine willkommene Abwechslung. Aber Vorsicht: Die Sonne brennt extrem. So mancher musste hier seine schmerzhafte Erfahrung machen …

 

Eine bewegende, imposante, abwechslungsreiche und lehrreiche Zeit geht leider bald zu Ende. Guadalupe hat einen festen Platz in unserem Herzen erobert. Wir danken Allen, die dazu ihren Beitrag geleistet haben herzlich und wünschen weiterhin alles Gute und vielleicht auf ein Wiedersehen!

 

Serafina Oliverio

Dentalhygienikerin HF (Höhere Fachschule)

Fachlehrerin Bildungsgang Dentalhygiene (MEDI)

Office:

MEDI; Zentrum für Medizinische Bildung

Länggasse 7

3012 Bern/Schweiz

Telefon:  ++ 41 31 534 4054

E-mail:   serafina.oliverio@medi.ch

 


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