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Nadja Hertenstein (kurzfassung)

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Huancarani, 06. Januar - 13. Februar 2026
Working Holiday in Huancarani: Zahnmedizin auf hohem Niveau
Wer glaubt, bei einem Auslandsprojekt in Bolivien Abstriche bei der Behandlungsqualität machen zu müssen, wird in Huancarani eines Besseren belehrt. Nach Stationen in Myanmar und verschiedenen anderen Projekten kann ich sagen: Hier erwartet euch ein nachhaltiges, top-ausgestattetes Projekt mit echtem WG-Feeling und Patienten, die eure Arbeit schätzen.
Das Projekt: Nachhaltig & Professionell
Das Projekt ist ganzjährig geöffnet und fest in der lokalen Bevölkerung verankert. Die Ausstattung in Huancarani ist beeindruckend:
  • Moderne      Diagnostik: Analoges Röntgen in der Praxis und die Möglichkeit, dass      die Patienten mal eben ein OPG woanders machen lassen (in top Qualität)      ermöglichen eine präzise Planung (besonders wichtig bei komplexen      Extraktionen oder Endos).
  • Endodontie:      Sogar maschinelle Aufbereitung (Reciproc) ist möglich – ein riesiger      Gewinn bei tiefen kariösen Läsionen.
  • Arbeitsweise:      Mit zwei Behandlungszimmern arbeitet es sich fast wie in Deutschland.
  • Füllungen:      mit Trockenlegung wie in Deutschland möglich.
  • PZR:      2 extra Ultraschallgeräte und Politurpasten sind vorhanden.
  • Kinder:      Mira-2-Ton, Zahnbürsten zum Verschenken, Elmex Fluid. IPs wie daheim J

Mein Tipp: Prävention vor Extraktion
In Huancarani habe ich mein Konzept "Prophylaxe zuerst" konsequent umgesetzt. Viele Kinder wissen buchstäblich nicht, welche Seite der Zahnbürste auf die Zähne gehört. Deshalb mein Rat an Nachfolger: Nehmt euch Zeit für die Putzunterweisung (IPs)! Eure schönste Füllung bringt nichts, wenn die Ursache nicht bekämpft wird. Es ist unglaublich befriedigend zu sehen, wie Kinder durch spielerisches Lernen die Angst verlieren und stolz auf ihre sauberen Zähne sind.
Teamspirit & Alltag
Das Leben vor Ort ist geprägt von einem tollen Miteinander. Man wohnt in einer großzügigen WG, isst zusammen und verbringt die Wochenenden mit günstigen Ausflügen in der Umgebung. Ich hatte das Glück, mit Richard (Jung-ZA), Emma (frisch approbierter ZÄ mit super spanisch Kenntnissen), Svenja (eig. ZT, aber aktuell am ZM studieren – Huancarani-Wiederkehrerin) und am Ende kurz noch Ralf (ZA, Huancarani-Veteran) zusammen zu arbeiten, zu wohnen und zu reisen. Durch die Nähe zu Cochabamba kann man viele tolle Ausflüge machen, ich war: in Cochabamba, Sucre, Toro Toro, Uyuni, ein WE daheim (Parque Pairumani, Vinto, Sipe Sipe) und bin am Ende in eine weiteres Projekt nach La Paz gegangen.
Ein Appell an alle Freiwilligen: Unterstützt Henry! Er beginnt gerade seine Ausbildung zum Zahntechniker. Helft beim Sterilisieren und vor allem beim Verräumen der Instrumente. Wenn man es selber weggeräumt hat, dann weiss man auch, wo was ist. Wer sich vorher nochmal kurz mit dem Steri-Prozess vertraut macht, der entlastet ihn vor Ort enorm.
Anreise & Orga: Überraschend entspannt
Die Planung über den FCSM (vielen Dank an Ekkehard und Herbert!) lief perfekt. Mein Reisetipp:
  • Flug:   Zürich – Madrid – Santa Cruz (Air Europa) ist super entspannt.
  • Inlandsflug:   Achtung, in Santa Cruz muss das Gepäck abgeholt und neu aufgegeben werden.     Den Inlandsflug muss man extra buchen (bei BoA). Kleiner Hack: Lauft am     Flughafen Santa Cruz ganz durch bis zum Ende der Schlangen – für     Inlandsflüge steht oft niemand an!
  • Konnektivität:   Direkt am Flughafen eine ENTEL-SIM-Karte kaufen (ich hab18 € in Euro, ohne     Umtauschen, für 30 Tage unlimitiert Daten bezahlt).
Fazit
Huancarani ist die perfekte Möglichkeit, Arbeiten und Reisen zu verbinden – egal ob zwischen zwei Jobs oder als erfahrene/-r Zahnärztin/-arzt im unbezahlten Urlaub. Die Dankbarkeit der Patienten (vom Kleinkind bis zum Opi mit Abrasionsgebiss) ist der schönste Lohn.
Ich würde jederzeit wiederkommen! Nachdem ich nun aber 2 Monate hier war wird es sicher noch eine Weile dauern, bis ich mir nochmal annährend so lange frei nehmen kann.
Nadja Hertenstein
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