» das Projekt „Clinica Nuestra Señora de Guadalupe“
» Leitlinien für Volontäre, Zahntechniker und Klinikpersonal

 Empfehlungen zur Organisation der zahnmedizinischen Abteilung
der Clinica Misional Nuestra Señora de Guadalupe
 

 

  • Die Arbeitszeiten des Personals liegen zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr von Montag bis Freitag.
  • Um 8.00 Uhr sollte in der Rezeption die Anzahl der Patienten festgelegt werden, die behandelt werden können. Die Patienten warten teilweise schon seit 6.00 Uhr.
  • Wer um 8.00 Uhr nicht an der Rezeption steht, sollte am aktuellen Behandlungstag nicht dazwischen geschoben werden. Akute Schmerzfälle ausgenommen.
  • Soweit möglich, sollte eine Sichtung der Patienten vorgenommen werden, um die Wartezeiten zu minimieren.
  • Nachbehandlungen zuerst .
  • Abdrücke für Teilprothesen vorweg .
  • Evtl. einteilen, wer erst am Nachmittag kommen soll (abhängig von der Entfernung des Dorfes).
  • Die Schubladen für Instrumente sind beschriftet. Diese Einteilung darf unter keinen Umständen verändert werden.
  • Die schriftlichen Anweisungen an das Assistenzpersonal stets auf deren Einhaltung überprüfen.
  • Die Preise für die Behandlungen sind festgelegt. Abweichungen hiervon sind strikt verboten.
  • Vor der Behandlung den Patienten über deren Preis informieren. Nur das durchführen, was bezahlt werden kann.
  • Im übrigen gelten die Verhaltensrichtlinien für ausländisches Personal, veröffentlicht auf der web-site der Parroquia Nuestra Señora de Guadalupe.
  • Eine konsequente Einhaltung dieser Empfehlungen vermeidet folgende Unannehmlichkeiten:
  • Patienten aus weit entfernten Dörfern werden nicht enttäuscht.
  • Der Verdacht kommt nicht auf, dass es Patienten gibt, die sich Vorteile verschaffen.
  • Lautstarker Streit vor den Behandlungszimmern wird vermieden.
  • Dem Personal wird der Rücken gestärkt, standhaft gegen Patienten zu sein, die sich Vorteile zu schaffen versuchen.

Der Ruf der Klinik hängt nicht nur von der hohen Qualität der Arbeit ab, sondern auch von einer guten Organisation und von einer festen Hand bei der Patientenführung.

 

Therapieleitlinien des Förderkreises Clinica Santa Maria e.V.

für die Clinica Nuestra Señora de Guadalupe

 

Die individuelle, vor Ort „chairside“ Therapieentscheidung des Zahnarztes wird nicht eingeschränkt oder angezweifelt, seine fachliche Kompetenz wird nicht in Frage gestellt.

1.     Einheitliche, gleiche Behandlung für alle Patienten:  „fair & same dentistry for all patients“.

2.     Komplette Kompaktversorgung der Patienten in relativ kurzer Zeit.

3.     Basiszahnmedizin und Schmerztherapie.

4.     Konsequente Gebisssanierung nach aufgestellten Behandlungsgrundsätzen.

5.     Möglichst schmerzarme und schonende Behandlung.

6.     Einhaltung von europäischen Standards in punkto zahnmedizinische Qualität und Hygiene.

7.     Versorgung mit langlebigen (lebenslangen) Restaurationen (Fllg., WF, Prothesen).

8.     Vorrausschauende und umsichtige Behandlung.

9.     Sensibler, geduldiger und respektvoller Umgang mit den Patienten.

10.   Keine Klassifizierung der Patienten in soziale Standards (arm oder reich).

 

Behandlungsgrundsätze
des Förderkreises Clinica Santa Maria e.V.

für die Clinica Nuestra Señora de Guadalupe

 

Die nachstehenden Grundsätze resultieren aus 10 Jahren Erfahrung im tropischen Regenwald. Es macht keinen Sinn, das Rad neu zu erfinden. Konzentrieren Sie sich auf die Basisbehandlung, die den Patienten langfristig hilft.

1.     Front- und Eckzähne sollten möglichst erhalten werden, Composite-Füllungen ausschließlich im Frontzahnbereich

2.     Endodontische Behandlungen nur an Front - und Eckzähnen, Wurzelkanalfüllungen werden immer in derselben Sitzung vorgenommen. Bei wichtigen Klammerzähnen sind Ausnahmen bei Prämolaren erlaubt.

3.     Noch erhaltungswürdige Zähne im Seitenzahngebiet mit Amalgamfüllungen (ausschließlich) versorgen, auch wenn das in großen Teil- bzw. Dreiviertelkronen mündet. Die Anwendung von Composites im Seitenzahnbereich ist verboten.

4.     Diese Anweisung gilt ausnahmslos und ist seitens des FCSM wohlüberlegt.

5.     Nicht erhaltungswürdige Zähne oder Zahnwurzeln konsequent entfernen.

6.     Nicht versuchen, alles auf einmal zu machen. Keine Überbehandlung! Patienten sonst wiederkommen lassen.

7.     Daran denken: Der Zahn wird aller Voraussicht nach nur diese eine Füllung in  seiner Existenz bekommen. Keine risikoreichen Behandlungen vornehmen.

8.     Langfristiger Erhalt der Milchzähne ist die beste und wahrscheinlich einzige kieferorthopädische Behandlung, die die ecuadorianischen Patienten bekommen können.

9.     Unsichere Zähne mit einer P (Perforation der Pulpa) entfernen oder im Frontzahngebiet mit einer Wurzelkanalfüllung behandeln.

10.    Nicht zu viele Patienten pro Tag behandeln. 20-30 Personen sind akzeptabel.

11.    Patienten nach der Reihe behandeln und niemanden vorziehen.

12.    Die beste Prophylaxe für die 6 Jahr Molaren ist eine Füllung. Immer auf das bukkale Grübchen/Fissur achten!

13.    Prothesen/Placas sind nur für den Frontzahnbereich gedacht, um die Ästhetik des Patienten wieder zu rehabilitieren. Maximal sollte der erste Prämolar mit aufgestellt werden.

14.    Ausnahmen von dieser Regel müssen genauestens überlegt werden. Eine Absprache mit dem  anwesenden Techniker ist zwingend erforderlich!

15.    Müssen Wunden vernäht werden, sollten resorbierbare Nähte verwendet werden, da die Patienten oft nicht wiederkommen bzw. wiederkommen können.

Anweisung für das Assistenz-Personal in der zahnmedizinischen Abteilung der Clinica Nuestra Señora de Guadalupe, Zamora-Chinchipe, Ecuador

 

Arbeitsbeginn

  • eine halbe Stunde vor Behandlungsbeginn
  • Instrumente in die Schubladen einsortieren
  • Desinfektions-Lösung ansetzen

a) Perform

b) Universal Purpose Cleaner

  • Röntgen-Entwickler und Fixierer ansetzen
  • Watterollen, Wattepellets, Dappengläschen mit H2O2 und Alkohol auf Traytisch stellen
  • Matrizen neu einspannen (soweit erforderlich)

Arbeitsende

  • Gebrauchte Instrumente aus Lösung holen und in den Steri legen = sterilisieren
  • Absaugung mit Asepto-Clean reinigen (Pulver aufsaugen - nicht mit Wasser nachspülen)
  • Turbinen, Hand-/Winkelstücke ölen
  • Arbeitspausen: Falls keine Behandler anwesend sind, müssen die Behandlungseinheiten pro  Woche ein Mal auf ihre Funktion überprüft werden.

 Kurze Anleitung/Einweisung in die Behandlungseinheiten & Geräte

Zimmer 1

 

Arretieren/Einstellen des Schwebetisches

  • Schalter rechts am Schwebetisch betätigen
  • Schalter nach vorn gekippt = arretiert
  • Schalter nach hinten gekippt = Tisch lässt sich in der Höhe verstellen

Wofür ist der Schalter über den Turbinen- & Winkelstückansätzen?

  • On/off Schalter für die einzelnen Ansätze
  • Immer auf ROT lassen (ON)

Einstellen von Luftdruck

  • Mit einem kleinen Schraubenschlüssel einzustellen (Panel hinter dem Schwebetisch)   

#1 = Turbine

#2 = mittlere Winkelstückansatz

#3 = linker Winkelstückansatz (neben dem Spray-Vit)

  • Der Luftdruck sollte zwischen 30 – 40 kg/cm3 betragen (siehe Anzeige vorn am Schwebetisch)
  • Über den Luftdruck regelt man die Umdrehung

400.000 upm entsprechen 40 kg/cm3 (ändert sich aber nicht linear)

Einstellen der Wassermenge

  • Am gleichen Panel, wie man auch den Luftdruck einstellt (hinterm Schwebetisch)
  • Oberste Schraube drehen +/- (es ist beschriftet, welche Richtung was ist)
  • CAVE: bei der Turbine:
    Durch einen Adapter wird die Wasserleitung von 4 auf 2 Loch umgeschaltet, daher kommt etwas wenig Wasser aus dem Aufsatz
  • Am Ansatz vom grünen Winkelstück lässt sich (in beiden Zimmern die Geschwindigkeit und die Laufrichtung direkt einstellen

F = forward/ vorwärts

R = rear/ backwards/ rückwärts

Zimmer 2

Einstellen vom Luftdruck

  • Die Schrauben unter dem Schwebetisch mit einem Schraubenzieher drehen

Schraube ganz links – Anschluss ganz rechts!

Schraube rechts daneben – Anschluss links

  •  Im Uhrzeigersinn = weniger Druck
  • Gegen den Uhrzeigersinn = mehr Druck 

Einstellen der Wassermenge

  • Schraube ganz links “auf” dem Schwebetisch drehen
  • Beschriftet mit “Water"

Gegen den Uhrzeigersinn = weniger Wasser

Im Uhrzeigersinn = mehr Wasser (so wie beschriftet ;-)

  • Wie bei der Luft: links für rechten Ansatz und rechts für linken Ansatz .

Absaugung

  • Wenn der Kompressor nicht funktionier und so die “normale” Absaugung nicht funktioniert kann man umschalten.

Schwarzer Hebel links hinter dem Speibecken = anderer Saugeransatz funktioniert dann, aber er ist sehr sehr laut!

Röntgenröhre 

  • Patient nicht an die Wand zu Zimmer 1 setzen, denn dann lässt sich die Röhre nicht vernünftig einstellen und bleibt nicht in Position!
  • Patienten in den Gang mit dem Rücken zur Wand & Blick zum Regal setzen, dann hält der Arm die Röntgenröhre auch in Position.

Reinigung der Lampen (an den Behandlungseinheiten)

  • Nicht reinigen, wenn die Lampe warm ist = Reinigungsmittel, Dreck und Wischspuren brennen sich dann in die Lampe ein
  • Lampe immer morgens als erstes reinigen!

Pflege der Winkelstücke

Grundsätzlich

  • Alle Geräte, die täglich sterilisiert werden, müssen auch täglich geölt werden (auch der Mikromotor!)
  • Falls der Mikromotor nicht täglich sterilisiert wird, dann nur einmal die Woche ölen

Ölen

  • Vor dem Sterilisieren
  • Turbine: großzügig ölen! (1x täglich, 1 push, bis das Öl vorne raustropft)

Mit Kavo-Spray & Stöpselansatz

Öl in die großen Löcher geben

  • Mikromotor

Auch KaVo-Spray

Wenig/vorsichtig ölen

  • Kleine Löcher bei Turbine und Mikromotor mit Lubri-Spray ölen 

 Richtlinien für das Zahntechnische-Labor
in der Missionsklinik in Guadalupe

 

1.   Aufgabe des Zahntechnischen-Labors in der Missionsklinik in Guadalupe ist die Herstellung von funktionsfähiger partieller Kunststoffprothetik aus Kalt- oder Heißpolymerisat mit gebogenen Halteelementen und gebogenen UK-Bügeln, Reparaturen und Unterfütterungen von Prothesen.

Daraus ergeben sich folgende Kriterien:


Die Halteelemente der Prothesen sollen in Anzahl und Anordnung so gestaltet werden, dass die Prothese einen festen, funktionellen Sitz im Munde hat.


Die Ästhetik ist so zu gestalten, dass der Zahnersatz sich farblich und harmonisch in das Gesamtbild des Patienten einfügt.
 

2.   Eine Fertigung von Total-Prothesen ist zur Zeit nicht vorgesehen.
 

3.   Die Termine gestalten die Techniker in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten nach Arbeitsanfall und Fertigungsmöglichkeiten. Die Eingliederungstermine sollten nicht auf den letzten Arbeitstag des Arztes oder Technikers fallen. Damit keine Überhänge entstehen, sollen die Techniker ihre angefangenen Arbeiten auch fertigstellen.
 

4.   Über Einproben –und Fertigstellungstermine muss der Patient genau informiert sein (siehe Patienten–Info–Blatt), denn nur so ist gewährleistet, dass der Patient zu den Einproben erscheint und auch seine fertige Prothese abholt.
 

5.   Um einen übergangslosen Arbeitsablauf anzustreben, sollten folgende Punkte beachtet werden:

Mitgebrachte Materialien in vorhandene Systeme, - Zähne nach Zahnfarben – einordnen.

Werkzeug und Geräte bitte pfleglich behandeln.

Materialliste erstellen und Nachbestellungen rechtzeitig (bei Hans-Günter Wachendorf) tätigen.

Nach Beendigung des Einsatzes soll der Arbeitsplatz sauber und aufgeräumt hinterlassen werden. Geräte und Instrumente sind zu säubern und die Motor-Handstücke entsprechend der Wartungsanleitung zu warten.

 

Diese Richtlinien sind aus Erfahrungswerten entstanden.

Ergänzungen oder Änderungen sind sicherlich von Zeit zu Zeit erforderlich.

Wichtig ist, dass die hier neu ankommenden Techniker problemlos ihre Arbeit beginnen können.

 

Hans-Günter Wachendorf

Zahntechnikermeister

Mozartstr. 4

31199 Diekholzen

e-mail:  hg.wachendorf@t-online.de


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