Die ersten Anfänge der Missionsklinik von Guadalupe
Von Pater Georg Nigsch
Schwierige Situation der Kranken
Die Krankversorgung in Ecuador lässt vieles zu wünschen übrig. Die Krankenversicherungen des Staates sind äußerst defizient. Viele sind überhaupt nicht krankenversichert. "Krankwerden können sich bei uns nur die wenigsten leisten!" Aus diesem Grund besteht ein wichtiger Teil unserer Pastoral im Bereich des Sozialen, besonders in der Verbesserung der Krankenversorgung. In diesem Sinne möchten wir dem Evangelium Jesu folgen, der sich sehr um die Armen gekümmert und sie an Leib und Seele geheilt hat.
Die ersten Anfänge
Schon seit einigen Jahren haben wir einmal pro Woche einen Arzt bei uns auf der Missionsstation, Dr. Jaime Ortiz, aus dem benachbarten Zumbi, der die Kranken untersucht, die zu uns kommen. Von den päpstlichen Missionswerken der Diözese Feldkirch, unter der Leitung von Prälat Pfarrer Albert Holenstein, aus der Pfarre St. Kolumban in Bregenz, Vorarlberg, Österreich, bekommen wir jährlich Medikamente zugesandt, die in unserem sehr bedürftigen "Consultorio Médico", einem Gästeschlafzimmer der Missionsstation zur sehr günstigen Preisen ausgegeben wurden.
Das neue Projekt einer Poliklinik
Langsam wuchsen jedoch der Wunsch und die Idee, diesen Dienst am Kranken zu verbessern. Deshalb haben wir uns nach langem Überlegen entschlossen, in der Missionsstation ein Gesundheitszentrum zu bauen. Eine starke Befürworterin war in allen Überlegungen die damalige Oberin der Theresitenschwestern, Hna. Consuelo Carvajal C. Der schon oben genannte Diözesandirektor der päpstlichen Missionswerke der Diözese Feldkirch, Österreich, Prälat Albert Holenstein, hat sich bereit erklärt, uns finanziell beim Bau der "Landspitales" zu helfen.
Nach einer langen Planungsphase unter der Mithilfe des jungen Architekten Carlos Espejo aus Loja haben wir im Mai 2000 mit dem Bau begonnen. In zahlreichen Mingas (unbezahlte, feiwillige Gemeinschaftsarbeiten) haben aus allen Dörfern von La Paz und von Guadalupe die Leute kräftig mitgeholfen. Es wurde spürbar, dass dieses Projekt den Leuten selber ein großes Anliegen ist. Im Juni 2001 konnten wir den Bau fertig stellen. Am 9. November 2001 wurde die Klinik in Anwesenheit hoher Repräsentanten aus Kirche und Politik eingeweiht. Als Vertreter des „Förderkreis Clinica Santa Maria e.V.“ war Dr. Eberhard Pierro anwesend. Er übergab die Zahnstation, die als erste Abteilung den klinischen Betrieb aufnahm.