Erfahrungsbericht 18.02.05-7.04.05
Nach einem Jahr Planung und Vorbereitung war es endlich soweit. Am 18. Feb. konnten wir unser Abenteuer Ecuador antreten. Voller Vorfreude und ohne genaue Vorstellungen, was uns erwarten würde, sind wir in Quito aus dem Flieger gestiegen.
Da wir erst ab dem 1. März in Guadalupe gebraucht wurden, sind wir die ersten 10 Tage auf unserem Weg nach Süden durch das gesamte Land gereist. Dadurch konnten wir uns langsam an das neue Klima gewöhnen, bekamen einen ersten Eindruck von der Kultur und hatten schon die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen. Wir waren überwältigt von der Schönheit der Natur und von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Ecuadorianer. Leider sind 10 Tage zu wenig um alles zu sehen, deswegen mussten wir uns auf einige wenige Orte beschränken.
Das Reisen mit dem Bus ist etwas abenteuerlich, aber nicht besonders schwierig. Das Bussystem funktioniert, und man kann für wenig Geld ganz spontan das ganze Land bereisen. Da die Uhren hier ein wenig anders ticken, muss man gelegentlich längere Wartezeiten in Kauf nehmen, was uns aber nicht weiter gestört hat. Und wenn man noch einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet – stehen in jedem Reiseführer – sind die Busfahrten auch relativ sicher.
Weg von Quito nach Guadalupe: Bus oder Flugzeug: Quito - Loja, Bus: Loja – Zamora, Bus: Zamora – Guadalupe
In Guadalupe angekommen wurden wir von den Schwestern und Georg sehr herzlich und überschwänglich begrüßt.
Zunächst bekamen wir eine kleine Führung über das Missionsgelände und durch die Klinik, und wir konnten unser Zimmer in der Residencia (dem Ärztehaus), wo alle Volontäre untergebracht werden, beziehen.
Da Markus und Thomas (beides Zahnärzte) noch da waren, lief es für uns erst einmal langsam an. Wir haben bei den Behandlungen assistiert und mussten noch nicht sofort selbst loslegen. Darüber haben wir uns sehr gefreut, weil wir als Studenten (8. + 9.Sem.) unserem ersten Behandlungstag sowieso ein wenig unsicher entgegensahen. So hatten wir die Möglichkeit, das restliche Personal, besonders Lida (Lida, dónde está …? War am Anfang der wohl häufigste Satz.), kennen zu lernen, uns an die Begebenheiten (2 alte Einheiten die etwas störungsanfällig sind; Stromausfälle) zu gewöhnen und die für uns wichtigsten spanischen Sätze für die Behandlung zu lernen.
Als es dann für uns ernst wurde, haben Kristin und ich zusammen in der einen Einheit, und Christoph (Zahnarzt) mit Lida (Helferin) in der anderen behandelt. Wichtig für uns war es, dass während der gesamten Zeit ein Zahnarzt vor Ort war, der uns, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte. Aber wir haben beim Behandeln schnell gemerkt, dass weniger Probleme als erwartet auftraten, und dass wir mehr können als geglaubt. Man muss sich eben nur trauen.
Natürlich haben wir ein paar Wochen gebraucht, um uns an das Arbeiten in Guadalupe zu gewöhnen. Und obwohl es sehr anstrengend war, war es insgesamt entspannter und stressfreier als in der Uni (Es geht nicht um Punkte und Scheine, sondern nur um den Patienten). Wir hatten sehr viel Freude beim Arbeiten und haben dadurch neue Motivation für unser Studium gewonnen.
Leider konnten wir bei den Patienten nur die Grundversorgung vornehmen. Hauptsächlich haben wir Amalgamfüllungen im SZ-Bereich, Compositfüllungen im FZ-Bereich, Endos nur an den Frontzähnen, Extraktionen und kleinere OPs, soweit wir es uns zugetraut haben, gemacht. Als Anja und Birgit (auch ZM-Studenten) dazu gestoßen sind, haben wir halbtags auch Placas (Teilprothesen) im Labor hergestellt. Aufwändige Restaurationen (Kronen, Brücken, Endos an SZ) konnten wir mangels Zeit, Material, Ausrüstung und Personal nicht durchführen.
Frustrierend für uns war es, Patienten, die teilweise einen Anfahrtsweg von acht Stunden hatten, nach Hause schicken zu müssen (ein Stuhl ist in unserer letzten Woche für mehrere Tage ausgefallen) oder Kindern und Jugendlichen die Molaren ziehen zu müssen; dies kam leider nicht selten vor, weil die Zähne der Patienten aufgrund der schlechten Mundhygiene und falschen Ernährung (viel Zucker) häufig in einem desolaten Zustand waren. Dadurch hatten wir aber auch die Möglichkeit, Fälle zu sehen, die wir so in Deutschland nicht zu Gesicht bekommen.
Das größte Problem zu Beginn war unsere geringen Spanischkenntnisse. Wir hatten zwar zwei Spanischkurse besucht, aber am Anfang war die Kommunikation doch etwas holperig. Nach einigen Wochen hatte sich unser Spanisch zwar soweit verbessert, dass bei der Verständigung mit den Patienten kaum noch Probleme auftraten, aber für lange, intensive Gespräche mit den Nonnen und Einheimischen war es leider immer noch zu wenig- sieben Wochen sind einfach zu kurz!!!
In der Klinik arbeiten nicht nur Zahnärzte, sondern auch Mediziner anderer Fachrichtungen, denen wir bei der Arbeit über die Schulter schauen durften. Und wenn die Möglichkeit da ist, darf man auch bei OPs assistieren.
Das Leben mit den Ärzten in der Residencia hat uns sehr gefallen. Wir waren ca. 12 Personen aus verschiedenen Nationen. Wir konnten uns austauschen und eine Menge voneinander lernen. Dadurch kam niemals Langeweile auf, und wir hatten keine Zeit, uns fremd und einsam zu fühlen. Dazu haben auch sehr die gemeinsamen Mittag- und Abendessen mit den Nonnen beigetragen. Wir hatten die Gelegenheit, ein bisschen von ihrer Arbeit zu erfahren und unsere Spanischkenntnisse zu verbessern.
Guadalupe ist ein kleines Dörfchen am Rande des Regenwaldes. Deshalb kann man hier kein Unterhaltungsprogramm wie Kino oder Discotheken erwarten. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn dafür hat man die atemberaubende Natur direkt vor der Tür (manchmal auch im Haus). Und schon bei kleinen Spaziergängen in die nähere Umgebung kann man die exotischsten Tiere beobachten. An den Wochenenden haben wir ausgedehnte Wanderungen (Wasserfälle San Antonio) oder kleinere Ausflüge (Podocarpus, Vilcabamba) gemacht.
Wir haben unsere Zeit hier sehr genossen und eine Menge gelernt.
Wir können jedem Studenten nur wärmstens empfehlen, auch eine Famulatur in der Missionsklinik in Guadalupe zu machen. Wir würden es jederzeit wieder tun.
Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch auf jeden Fall bei uns melden.
Viel Spaß in Guadalupe wünschen Euch,
Nurcan und Kristin
Abschließend noch ein paar Worte an Pater Georg und die Schwestern Carmen, Luz-Marina und Delia:
Vielen Dank für die Möglichkeit mit euch in Guadalupe arbeiten zu dürfen. Durch euch hatten wir eine traumhaft schöne Zeit. Wir haben uns schon innerhalb weniger Wochen so heimisch bei euch gefühlt, dass wir am liebsten noch länger geblieben wären. Wir sehen uns bestimmt wieder. Die Zeit in Guadalupe war für uns eine einzigartige Erfahrung, die wir zeitlebens nicht vergessen werden.
Nos expériences à l’Equateur de février à avril
Nous avons préparé longuement notre aventure sans savoir précisément ce que nous attendra.
Durant 10 jours nous avons traversé le pays ( en bus, c’est très pratique et bon marché) avant de commencer le travail dans la clinique à Guadalupe qui se trouve dans le sud de l’Equateur. Pendant ce voyage nous nous sommes habituées au climat, nous avons connu la culture et le peuple équatorien. Nous étions vivement impressionnées par la beauté du paysage et par l’hospitalité des habitants. Malheureusement le temps ne suffisait pas pour voir tout ce que nous intéressait.
Notre route se décrit de la manière suivante : Quito-Loja, en bus Loja-Zamora, en bus Zamora-Guadalupe.
Arrivées à Guadalupe, on nous a accueillies cordialement. D’abord, les religieuses nous ont montré la clinique et notre chambre qui se trouvait dans la maison médicale.
Il y avait, à côté de nous deux étudiants, encore deux dentistes qui nous ont tout montré et qui nous ont faites assister pendant les traitements. Ceux-ci étaient toujours là pour nous aider et pour nous donner des conseils utiles. Mais en général il y avait moins de problèmes que nous avions imaginés. Le travail nous a beaucoup motivé bien qu’il aie été très fatigant. Malheureusement il n’y avait qu’un traitement élémentaire pour les patients. Des restaurations compliquées n’étaient pas possibles à cause du temps, du matériel et du personnel.
L’état des dents de beaucoup de patients nous a souvent choqué et quelquefois nous devions les faire rentrer chez eux sans pouvoir les aider.
Mais notre plus grand problème étaient nos connaissances espagnoles .Malgré les deux cours d’espagnols auxquels nous avions participés une communication était difficile mais nous nous sommes perfectionnées au cours du temps.
Dans la clinique ne travaillent que des dentistes mais aussi des médecins de différentes disciplines qui viennent de beaucoup de nations. Par là, il y avait un échange d’expériences vivant et nous ne nous sommes jamais ennuyées. Nous n’étions jamais solitaires.
Guadalupe est un petit village au bord de la forêt tropicale. On y trouve une nature pittoresque que nous avons vécu pendant nos excursions les week-ends. C’était pour nous inoubliable et nous voulons remercier tous qui nous ont donné la possibilité d’y travailler.
C’était un beau temps pour nous et nous pouvons vous recommander de faire cette expérience.
Si vous avez encore des questions adressez-vous à nous. Nous voudrions bien vous aider.
Nurcan et Kristin
Demir Nurcan
Zahnmedizinerin
Schwanallee 30b
35037 Marburg
Hessen
Deutschland
Telefon: ++ 49 6421 886658
E-mail: sonnenblume26@gmx.de
Kristin Ladetzki
Zahnmedizinerin
Gisselberger Straße 5
35037 Marburg
Hessen
Deutschland
Telefon: ++ 49 6421 175317
E-mail: ladetzki@gmx.de