Dr. med. dent. Konrad,
Angelika und
Julia Brandstätter
Der 1. Einsatz bei uns in der Missionsklinik war vom 11. März bis 1. April 2001.
Der 2. Einsatz war vom 1. bis 19. September 2003.
Der 3. Einsatz ist geplant vom 2. bis 20. 1. 2006.
Wir danken sehr herzlich.
Erfahrungsbericht 2002
Am Montag, den 11.03.2002 kam ich mit meiner Frau Angelika und meiner Tochter Julia hier in Ecuador an. Schon der Empfang am Flughafen in Loja war sehr warm, sowohl durch das Wetter als auch durch Pater Georg Nigsch, der uns mit seinem Geländewagen von Flughafen nach Guadalupe brachte.
Vom ersten Moment an fühlten wir uns hier sehr wohl, nicht zuletzt aufgrund der Herzlichkeit und Fröhlichkeit der Schwestern.
Am folgenden Tag begann ich dann mit der Arbeit in der Zahnklinik, die nach kurzer Einführung durch die anwesenden Kollegen bald gut voranging. Obwohl meine Spanischkenntnisse nicht gerade berauschend sind, gelang es mir immer, die Wünsche der Patienten zu erkennen und mit ihnen zu kommunizieren. Aufgrund der schlechten Zahnhygiene der hiesigen Bevölkerung und deren exzessivem Genuss von Zuckerrohr gibt es ungewöhnlich viele kariöse Frontzähne, sehr viele davon mit Verlust der Schneidekanten. Wer also gerne ausgedehnte Kantenaufbauten macht, findet hier ein wunderbares Betätigungfeld.
Um der mangelnden Zahnhygiene entgegenzuwirken, ging meine Tochter Julia jeden Tag mit den Theresiten-Schwestern in die Dörfer der Kirchengenmeinde, um dort den Leuten zu erklären, dass, wann und wie sie ihre Zähne putzen sollen. In einem zweiten Durchgang wiederholte sie das Ganze und verteilte auch noch Zahnbürsten. Dabei wurde sie überall ganz herzlich aufgenommen.
Ganz allgemein kann ich sagen, dass mir die Arbeit hier in der "Clínica Misional Nuestra Señora de Guadalupe" grossen Spass gemacht hat und mir nebenher Einblick in eine ganz andere Kultur gegeben hat. Wann arbeitet man zuhause schon mit einem Patienten auf dem Behandlungsstuhl und jeder Menge Publikum in den Fenstern der Klinik? Ich verstehe jetzt auch das Sprichwort "Ein Indianer kennt keinen Schmerz", denn so tapfere Leute wie die hier ansässigen Indigenas, sowohl Erwachsene als auch Kinder, habe ich tatsächlich noch nie behandelt.
Die Tatsache, dass wir uns gegen Ende unseres Aufenthaltes vor Patienten kaum noch retten konnten und die Klinik zum Treffpunkt für Jung und Alt wurde, zeigt mir, dass es wichtig wäre, die Arbeit kontinuierlich fortzusetzen.
Ich lade deshalb alle Kollegen ein, sich zu überlegen, ob es nicht auch für Sie möglich wäre, hier zu arbeiten und eine ganz andere Seite der Zahnmedizin kennenzulenrnen – weit ab von jeder deutschen Bürokratie, weg von den Krankenkassenquerelen, aber ganz dicht dran am Patienten und mit dem guten Gefühl, hier wirkllich sinnvolle Arbeit zu leisten.
Dr. Konrad Brandstätter
mit Frau Angelika Brandstätter
und Tochter Julia Brandstätter
Immelmannstrasse 8
D-91154 Roth
Alemania - Deutschland
Tel. Praxis: 09171 - 1235
E-Mail: ak.brandstaetter@t-online.de