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» Ulrike Bär und Wilfried Bär (2004)





Dipl.-Stom.Ulrike Bär

Zahnärztin

Dr. Wilfried Bär
Chemiker

Arbeiteten in Guadalupe vom 16. August  bis  7. September 2004

Bericht vom Aufenthalt in Guadalupe

Nach einem 2-tägigen Aufenthalt in Quito, den wir zu einem Besuch der  schönen Altstadt mit ihren herrlichen Kirchen und der Äquatorlinie nutzten,  kamen wir, bepackt mit Spenden, in Guadalupe an. Von Schwester Alexandra  wurden wir auf der Hängebrücke, vor der ich immer noch einigen Respekt  habe, herzlich empfangen. In der Missionsstation lernten wir auch die  Schwestern Carmen und Edith kennen. Amanda zeigte uns unser Zimmer in der  Residenz, und nachdem wir ausgepackt hatten, sahen wir uns in der Klinik um.  Vom ersten Augenblick an spürten wir, dass uns eine interessante, schöne    Zeit bevorstand und uns die Arbeit hier Freude bereiten würde.    Der Tag in Guadalupe begann für uns mit dem Frühstück auf der Terrasse,    wobei wir die Landschaft genießen konnten und mit dem Fernglas oft    farbenprächtige Vögel beobachteten. Von den Schwestern bekamen wir für das  Frühstück Milch, Eier, selbstgebackenes Brot und Obst. Gegen 8 Uhr beginnt    dann der Arbeitstag in der Klinik. Da Wilfried nicht im Labor arbeiten konnte, weil kein Allgemeinmediziner da  war,assistierte er mir im Sprechzimmer, arbeitete in der Zahntechnik und reparierte so einiges. Die Patienten aus den umliegenden pueblos sind mitunter lange zu Fuß unterwegs, um frühzeitig die Klinik zu erreichen. Die  Behandlung besteht meist in einer größeren Sanierung des Gebisses, da die  Menschen bei einem Besuch soviel wie möglich behandelt haben wollen. Am  Anfang fiel es uns mitunter etwas schwer, das Ausmaß der Behandlung zu  verhandeln und Amanda dolmetschte oft zwischen den Patienten und uns. Sie  ist die gute Seele der Klinik, die alles organisiert und koordiniert. Lida  assistierte und half uns auch bestens. Es ist sowohl in der Klinik als auch    der Missionsstation sehr vorteilhaft, wenn man über einige    Spanischkenntnisse verfügt. Bei der Behandlung sieht man zum Teil sehr    desolate Gebißzustände, schon bei Kindern. Das liegt zum einen an dem Anbau    des Zuckerrohrs und des darausfolgenden Verzehrs von viel Süßem, sowie auch    an fehlender Prophylaxe und Mundhygiene. Hier wartet noch viel    Aufklärungsarbeit. Die Ausstattung der Behandlungszimmer fanden wir sehr    gut, sodass Füllungen mit Amalgam bzw. Composite, Extraktionen und im    Frontzahnbereich auch Wurzelbehandlungen unter optimalen Bedingungen    durchgeführt werden können. Womit wir nicht gerechnet hatten, war die    Anfertigung von "placas". Ich fühlte mich in meine Studentenzeit    zurückversetzt, hatte ich doch seit dieser Zeit nicht mehr zahntechnisch    gearbeitet (ist schon "ein paar Monate" her). Germania bog fleißig Klammern,    aber es war doch eine Umstellung,  einfache Prothesen vom Abdruck bis zur Eingliederung selbst zu fertigen. Das stellt auch ein ziemliches Problem    dar, da durch die fehlende Routine hierbei keine optimalen prothetischen    Lösungen möglich sind. Insgesamt legte ich in den gut 3 Wochen Arbeit etwa    200 Füllungen und extrahierte ca. 60 Zähne. Das machten wir auch mit viel    Freude, weil uns der Dank und die Freundlichkeit der Menschen aus dem    Yacuambital sehr gut tat. Es war ein schönes Gefühl, willkommen zu sein und  auch im Ort in die Geschehnisse einbezogen zu werden. Wir fühlten uns unter den Menschen dort schon nach kurzer Zeit sehr heimisch. In der  Missionsstation wurden wir mittags und abends prima verpflegt dank Lilias  Kochkünsten. Es ging sehr lustig zu beim Essen und auch das gemeinsame  Abwaschen stärkte das Gemeinschaftsgefühl. Außerdem verbesserten sich auch    unsere Spanischkenntnisse. Leider lernten wir erst in unserer letzten Woche    Pater Georg kennen, der uns in Gesprächen zu allen Fragen, sei es Religion,    Politik, das Leben der Menschen usw. dieses schöne Land näher brachte. Zu empfehlen ist auch, die Nachbardörfer in Begleitung der Schwestern  kennenzulernen. Hier sieht man hautnah, wie die Menschen leben, was es für  Probleme gibt. So beeindruckte uns tief die Armut der Bewohner von Kiim, die  aber trotzdem sehr zufrieden und ausgesprochen herzlich zu uns waren. Von  dieser Herzlichkeit ist uns Europäern leider mitunter viel verloren    gegangen.    An den Wochenenden wanderten wir viel, besuchten den Nationalpark Podocarpus, den    Sonntagsmarkt in Yacuambi. Mit Wehmut nahmen wir nach dieser schönen Zeit    Abschied von Guadalupe, das uns sehr ans Herz gewachsen ist und möchten uns  ganz herzlich bei Pater Georg Nigsch, den Schwestern der Mission, Amanda, Lida,    Germania und Rita für die herzliche Gastfreundschaft bedanken. 

Ulrike und Wilfried Bär

Kellergrund 3
08645 Bad Elster
Deutschland-Alemania

Phone: 037437 - 3733
E-mail: ulrike.nov@gmx.de
 


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