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FCSM - Förderkreis Clinica Santa Maria e.V. | 04/2008
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4. NEWSLETTER 2008

 

Aktuelle politische Situation in Ecuador

 

Liebe Förderkreismitglieder,

 

seit nunmehr zwei Jahren erscheint zu jedem Quartal der Newsletter unseres Vereins mit aktuellen Infos zur Clinica und Guadalupe. Wir haben nun beschlossen das Informationsangebot zu erweitern und euch weitere Infos über Ecuador und reiseorganisatorische Dinge zu berichten.

 

In deutschen Zeitungen oder Magazinen  wird leider nur wenig über Südamerika berichtet. Nur bei aktuellen Anlässen, wie dem z.B. dem Südamerika-Gipfel vor einigen Wochen, wo auch unsere Bundeskanzlerin vor Ort war, wird darüber informiert. Dabei ist doch auch für uns interessant in was für einer Region, in was für einem Land, in welcher Kultur wir uns da engagieren.

 

Beginnen wollen wir mit einem  kurzen Überblick über die aktuelle politische Entwicklung in Ecuador.

 

Ecuador befindet sich aktuell in einer politisch schwierigen Situation. Die von Präsident Rafael Correa betriebene „Neugründung des Landes“ entwickelt sich immer mehr zu einem autokratischen Projekt uneingeschränkter Machtfülle. Über einen von Correa initiierten Verfassungsprozess wird versucht, die demokratische Gewaltenteilung auf ein Minimum zu beschränken und de facto eine „Hyperpräsidentialismus“ zu installieren.

 

 

Problematisch für die weitere politische Entwicklung im Land ist, dass die Demokratie als Staats-, aber auch als Lebensform noch zu gering im Bewusstsein der Ecuadorianer verankert ist. Nach 28 Jahren demokratischer Entwicklung ist dies eine ernüchternde Bilanz, welche natürlich ihre Ursachen hat. Eine entscheidende davon ist, dass es den demokratischen, aber in Teilen auch stark klientelistischen Parteien nicht gelungen ist, einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der sozialen Frage und zur Reduzierung von Armut zu leisten. Es ist auch ein entscheidender Grund für das Phänomen Correa, der ja über die Distanzierung von den politischen Parteien und seiner polemischen Wahlkampfrhetorik gegen sie in das Präsidentenamt eingezogen war. Die klassische Politik weigert sich in großen Teilen noch immer, dieses Ursache-Wirkungs-Verhältnis anzuerkennen und die entsprechenden Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Hinzu kommt, dass die Militärdiktaturphase in Ecuador im Gegensatz zu anderen latein-amerikanischen Ländern sehr glimpflich verlaufen war. Es gab kaum vom Regime Verschleppte und anderweitige Opfer, so dass sich in den Köpfen der Ecuadorianer Diktatur nicht notwendigerweise mit Übel verbindet. Vielmehr lässt sich „der“ Ecuadorianer bei aller unzulässiger Verallgemeinerung doch für die Regierung begeistern, welche die Probleme des Alltags löst – oder mindestens der Lösung vollmundig verspricht. Ob diese Regierung dann unter demokratischen Regeln agiert oder nicht, spielt eine sekundäre oder tertiäre Rolle.

 

Auch wenn Correa in jüngsten Äußerungen davon spricht, ein Anhänger der westlichen liberalen Demokratie zu sein so tut er doch alles dafür, dieses demokratische System, das formal über die bestehende Verfassung in Ecuador etabliert ist, zu ersetzen gegen ein vermutlich viel stärkeres autokratisches und zentralistisches Machtsystem, das demokratische Prinzipien viel weniger berücksichtigen wird als das bislang gültige. Correa hat nicht verstanden oder will nicht verstehen, dass nicht die demokratischen Institutionen versagt haben, sondern deren Akteure, die mehrheitlich nicht in der Lage waren oder die die Verantwortung nicht übernehmen wollten, für ein sich entwickelndes Gemeinwesen zu arbeiten. Der Wandel ist nicht im demokratischen System vonnöten, sondern in den Köpfen der Akteure. Das System zu verändern bringt keinen Wandel in Ecuador. Wie groß der Schaden für das Land sein wird, bis der Präsident dies versteht – wenn er es denn verstehen will – kann sich heute noch nicht abschätzen lassen. Es ist ein Prozess mit offenem Ende: von der Demokratie über die „Neugründung des Staates“ in die Autokratie?

(Konrad-Adenauer Stiftung, Auslandsbüro Ecuador)

 

Impfungen

 

Immer wieder, wird auch die Frage nach notwendigen Impfungen für einen Ecuador-Aufenthalt angesprochen. Ecuadorreisende sollten unbedingt die Impfungen für Tetanus, Diphtherie und Polio haben. Ferner ist die Impfung für Hepatitis A und B absolut notwendig. Es gibt einen Kombinationsimpfstoff (Twinrix) der beide Hepatitisformen (A&B) abdeckt. Eine Grundimmunisierung sollte durch zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und eine Auffrischimpfung nach 6 bis 12 Monaten erfolgen.

 

Weiterhin erscheint uns eine Impfung gegen Tollwut sinnvoll, da es in Ecuador viele herumstreunende Hunde gibt, die Tollwutgefahr bedeuten. Die Tollwut-Impfung verläuft je nach Präparat unterschiedlich. In der Regel sind für einen vollständigen Impfschutz drei Impfungen notwendig.

 

Eine Gelbfieberimpfung für Guadalupe selbst ist nicht notwendig. Sie wird jedoch zur Pflicht, wenn man nach Guadalupe  eine Reise in das tropische Landesinnere oder in die Küstenprovinz Esmeraldas vornehmen möchte oder aus einem anderen Land (Bolivien, Peru) mit Infektionsstatus reinreist. Nach einer Gelbfieber-Impfung besteht ein Schutz ab ungefähr dem 10. Tag nach Gabe der Spritze. Nach 10 Jahren  ist eine Auffrischungsimpfung notwendig.

 

Ähnliches gilt für die Malaria-Prophylaxe. In Guadalupe ist die Einnahme von Anti-Malaria-Präparaten nicht notwendig. Bei einer Reise in das Küstengebiet oder das Amazonas-Tiefland wäre jedoch die vorbeugende Einnahme möglich.

 

Wichtig wäre noch, sich einen Internationalen Impfausweis zuzulegen. Diesen erhält man beim Gesundheitsamt, Tropeninstitut oder  einem impfenden Arzt. Das Abschließen einer Auslandskranken-versicherung ist obligat.

 

Juni 2008

 


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