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1. NEWSLETTER 2006

 

Erfahrungen aus dem Einsatz vom 20.02.2006 bis 11.03.2006

und sich daraus ergebende Gedanken für die Zukunft

 

 

Seit dem Start unserer Zahnstation in der “Clinica Nuestra Señora de Guadalupe“ im Februar 2002 hat sich unsere Tätigkeit rasant entwickelt. Nicht nur, dass wir das Jahr über kontinuierlich vor Ort sind, wir konnten mittlerweile die Zahntechnik etablieren und die Prophylaxe hat ermutigende erste Schritte getan.

 

Die strenge Begrenzung auf unser Behandlungsspektrum gemäß unserer Richtlinien hat sich bewährt. So können wir die leider vorhandene Missgunst der ecuadorianischen Kollegen in Zamora und Yanzatza abfedern und überzogene Patientenwünsche abwehren. Bei uns gibt es eben keine Seitenzahn-Composite-Füllung zum Schnäppchen-Tarif. Ein sehr gutes Steuerungsinstrument, um Patienten fern zu halten, für die wir, von unserer Aufgabenstellung her, nicht arbeiten wollen, weil sie sich den ecuadorianischen Kollegen leisten können.

 



Anika Volkmann wäre beinahe Adoptivmutter geworden.

Dr. Hans-Ulrich Frank, unser Augenarzt, beim Tanz zu Pepes Anden-Musik.



 

Bewährt hat sich die konsequente Verfolgung deutscher Standards in unserer Zahnstation. Der Ruf unserer Qualität bringt uns ständig neue Patienten in großer Zahl. Zwar gibt es saisonale Schwankungen, über das Jahr verzeichnen wir jedoch eine steigende Zahl von Patienten. Gar zu oft kann der tägliche Andrang nicht bewältigt werden.

Auch in der Personalführung zahlt sich Konsequenz aus. Das strenge Achten auf Pünktlichkeit und Ordnung hat sich in der Clinica etabliert und das Personal weiß die Vorteile einer klaren Linie zu schätzen. Auch das ist Entwicklungshilfe: Vorbild geben und Konsequenz im Handeln.

 

Unser Erfolg bürdet uns Verantwortung auf. Die Zahnstation muss weiterentwickelt werden. Oberstes Ziel ist die ständige Präsenz von Dentalhygienikerinnen bzw. ZMF`s. Jeder von uns bekommt Tränen in die Augen, wenn er die im vierten Lebensjahr schon völlig zerstörten Milchgebisse sieht und die Spätfolgen im jugendlichen Alter nicht mehr therapierbar sind.

 

Brücke über den Kan-Zam




Jens Ast und Anika Volkmann als professionelle Famulanten.

 

Jeder von uns ist frustriert über die parodontalen Zustände bei den Erwachsenen, wohl wissend, welche internistischen Probleme daraus entstehen können – von den zahnmedizinischen wollen wir im Moment noch gar nicht reden. Unser ganzes Bemühen muss sich auf den Bereich Prophylaxe konzentrieren. Es existieren mittlerweile Gedanken, das derzeitige Zimmer der Allgemeinmediziner für die Zahnmedizin zu nutzen und dort eine Einheit zu installieren, damit DH´s optimal arbeiten können.

 

Der erste Schritt ist getan: Wir haben eine zentrale Absauganlage mit einer von uns gewohnten Saugkraft. Der ständige Kampf mit der Absaugung ist jetzt optimal gelöst. Auch unsere Einheiten befinden sich in einem optimalen Funktionszustand, Dank des Technikers Patricio aus Quito. Ein Allround-Techniker, der eine große Hilfe darstellt.

 

 

Bild unten: Arbeiten, aber auch die Seele baumeln lassen.




Bild oben:  Dr. Pierro und Lida, nicht nur bei der Arbeit ein gutes Team

 

Georg und Amanda sei einmal mehr ein herzlicher Dank ausgesprochen. Ohne die Beiden wäre unser aller Bemühen zum Scheitern verurteilt. Und Georg denkt auch an die Zukunft: Die Residencia II ist derzeit im Entstehen. Ein dreistöckiges Bauwerk auf der Dorfseite der Hängebrücke wird bis Ende des Jahres bezugsfertig sein. Drei Wohnungen bzw. Appartements und eine überdachte Dachterrasse zum Wäschetrocknen warten dann auf weitere Freiwillige.

 

Gibt es noch einen Grund, den Gedanken an einen Einsatz in Guadalupe weit von sich zu weisen?

 

Dr. Eberhard Pierro

21. März 2006

 

> mehr zum Projekt „Clinica Nuestra Señora de Guadalupe“

  



Freitzeitgestaltung: Jens und der Ausritt in den Urwald.

 

Bei allem Erfolg und allen Zukunftsgedanken dürfen wir nicht übersehen, dass die Zahnmedizin in ihrem Patientenaufkommen von den übrigen medizinischen Disziplinen abhängt. Sind z.B. Chirurgen vor Ort, erhöht sich auch unsere Patientenzahl. Wollen wir noch mehr zur Zahngesundheit beitragen, sollten wir uns auch um Mediziner vor Ort bemühen. Serle Epstein aus den USA legt sich mächtig ins Zeug, um Mediziner zu rekrutieren. Auch im eigenen Interesse sollten wir ihn dabei unterstützen, dass spanisch sprechende Mediziner aus Deutschland und Österreich sich zu einem Einsatz in Guadalupe entschließen.


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